„Pernille Kurzmann Lunden“ ist eine dänische Krankenschwester, die durch ihre Rolle in einem der aufsehenerregendsten Medizinskandale Dänemarks bekannt wurde. Sie fiel durch ihren Verdacht und ihr mutiges Eingreifen auf, als eine Kollegin mehrere Patienten mit Überdosierungen schädigte und sogar tötete. Die Ereignisse rund um ihren Whistleblower-Mut führten zu einer Buchveröffentlichung, einer erfolgreichen Netflix-Miniserie und haben die Debatte über Verantwortung im Gesundheitswesen nachhaltig geprägt.
Die Anfänge im Nykøbing Falster Krankenhaus
Im Jahr 2015 trat Pernille Kurzmann Larsen eine neue Stelle im Krankenhaus von Nykøbing Falster an. Damals lebte sie mit ihrer Tochter Alberte und zog der Arbeit wegen sogar zurück in ihre alte Heimat. In ihrem neuen Berufsfeld wurde sie besonders der erfahrenen und beliebten Kollegin Christina Aistrup Hansen zugeteilt, zu der sie zunächst große Bewunderung empfand. Die ersten Wochen waren von fachlicher Unterstützung und Teamwork geprägt – etwas, das für Neuanfängerinnen in einem anspruchsvollen Umfeld wie der Notaufnahme besonders wichtig ist.
Doch schon bald bemerkte Pernille auffällige Muster: Überdurchschnittlich häufig kam es bei Schichtübergaben oder in den Nachtdiensten zu plötzlichen Notfällen, kardiovaskulären Zwischenfällen oder gar Todesfällen – und meistens war Christina zugegen. Auf den ersten Blick schien Christina jedoch stets engagiert, gewissenhaft und fürsorglich. Doch die Umstände häuften sich, die Unruhe wuchs, und Pernille begann, Dinge zu protokollieren.
Der Verdacht nimmt Form an
Im Laufe der Monate spitzten sich die Ereignisse zu. Besonders unplausible Reanimationen, widersprüchliche Aussagen von Christina und ein Hang zum dramatisierenden Verhalten erregten Pernilles Misstrauen. Sie begann, ihre Beobachtungen zu dokumentieren und sprach schließlich mit ihrem Lebenspartner, dem Oberarzt Niels Akilles Lundén. Während der Arzt zunächst skeptisch war, überzeugten ihn die Auswertung mehrerer Patientenakten – plötzlich ergab alles Sinn: Ein Muster von Überdosierungen und seltsamen Zwischenfällen zeichnete sich ab.
Gemeinsam entschieden sie, die Behörden einzuschalten. Dies war ein mutiger Schritt, der ihrer Karriere und ihrem Privatleben eine vollkommen neue Richtung geben sollte.
Die Ermittlungen und der Prozess
Der Prozess gegen Christina entriss nicht nur dem binaryen Krankenhausbetrieb jegliche Normalität, sondern wurde zum Medienspektakel. Über 27 Tage lang verfolgte eine breite Öffentlichkeit, wie aus dem Verdacht einer einzelnen Krankenschwester eine nationale Debatte über Verantwortlichkeit, Berufsethos und Kontrollen im Gesundheitswesen erwuchs. Insgesamt sagten 70 Zeugen aus – darunter auch Pernille Kurzmann Lunden und ihr Partner, Dr. Niels Lundén.
Am Ende bestätigten die Nachweise: Christina Aistrup Hansen wurde für mehrere Taten verurteilt und sitzt seitdem in Haft. Ihr frühzeitiges Eingreifen rettete womöglich weitere Patient:innenleben.
Weiteres Berufsleben und Privates
Nach der Aufdeckung und dem Prozess zogen sich fast alle Pflegekräfte aus dem ER des Krankenhauses zurück – bis auf eine: Pernille Kurzmann Lunden, wie sie nach ihrer Heirat mit Niels Lundén heißt, blieb dem Haus und dem Beruf treu. Sie arbeitet weiterhin am Krankenhaus in Nykøbing Falster und lebt mit ihren Kindern in Dänemark.
Die Ereignisse veränderten ihre Sicht auf Pflege, Verantwortung und den Alltag auf Station. In Interviews spricht sie zurückhaltend, aber reflektiert darüber, wie schwer die Belastung während und nach den Ereignissen war.
Gesellschaftliche Wirkung und Medienpräsenz
Die Geschichte rund um Pernille Kurzmann Lunden ist in Dänemark und international bekannt. Das Buch „Die Krankenschwester“ (Original: „Sygeplejersken“), auf dem die Netflix-Serie basiert, beruht auf Interviews und tatsächlichen Geschehnissen. Die Serie machte nicht nur die Namen der Beteiligten bekannt, sondern eröffnete eine Debatte darüber, wie gefährdete Berufsgruppen besser geschützt und Missstände schneller aufgedeckt werden können.
FAQs
Wer ist Pernille Kurzmann Lunden?
Sie ist eine dänische Krankenschwester, die maßgeblich zur Aufdeckung einer Mordserie in ihrem Krankenhaus beitrug.
Wie wurde sie berühmt?
Durch ihren Verdacht und die anschließende Anzeige wurde ein Prozess ausgelöst, der landesweit für Aufsehen sorgte.
Gibt es eine Netflix-Serie über ihren Fall?
Ja, „Die Krankenschwester“ erzählt die Geschichte fiktiv, aber nah an der Realität.
Arbeitet sie noch immer im Gesundheitswesen?
Ja, sie ist dem Krankenhaus Nykøbing Falster und ihrem Beruf treu geblieben.
Was ist aus Christina Aistrup Hansen geworden?
Sie wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt und sitzt derzeit in Dänemark im Gefängnis.
Fazit
Pernille Kurzmann Lunden steht als Symbol für Mut, Zivilcourage und Integrität im modernen Gesundheitssystem. Ihr Handeln hat vielen Menschen die Augen geöffnet und den Blick für Missstände in sensiblen Arbeitsbereichen geschärft. Die gesellschaftliche Debatte darüber, wie Menschen im Klinikalltag geschützt und Fehlverhalten aufgedeckt werden können, dauert bis heute an. Ihr Name bleibt untrennbar mit der Aufarbeitung des Falls in Dänemark verbunden.

